Physiotherapie am Kiefergelenk - Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion CMD-Einführungskurs

Einführungskurs zu Cranio-Mandibulärer-Dysfunktion mit Kay Bartrow

Bei einer sogenannten CMD (Cranio-Mandibulären-Dysfunktion) handelt es sich um Fehlfunktionen im Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer, bedingt durch Störungen in der Funktion der Zähne, der Kiefergelenke, der Muskulatur (Kaumuskulatur, Hyoidale Muskulatur, Mimische Muskulatur) oder der intra- und periartikulären Strukturen. Folgende Symptome sind bei vielen Patienten vorherrschend: lokale Schmerzen der Kiefergelenke und der Kaumuskeln, Bewegungsabhängige Schmerzen im Kiefergelenk bei Unterkieferbewegungen, Zahnschmerzen, Aufbissschmerzen, Kopfschmerzen, Schulter-Nacken-Probleme, Gesichtsschmerzen, Ohrgeräusche (Tinnitus), Sehstörungen, Schluckbeschwerden. Bei Patienten, die eines oder mehrere dieser Symptome aufweisen, ist eine klinisch-funktionelle Untersuchung der Kieferregion häufig erfolgversprechend, und kann wichtige Behandlungswege aufzeigen. Auch bei Patienten mit einer anderen führenden Symptomatik (z.B. bei vorherrschendem HWS Syndrom) kann ein Screening der Kiefergelenke eine mögliche Ursache oder einen Begleitfaktor erkennen lassen. Störungen der Kiefergelenke sind meist multikausaler Natur und zeigen vielfältige Zusammenhänge zum gesamten Körper. Meist finden sich artikuläre Störungen, die direkt das Gelenk betreffen. Hierunter fallen akute Arthropathien und chronisch aktivierte arthrotische Prozesse, denen auch das Kiefergelenk unterliegen kann. Weiterhin können funktionelle Störungen der Muskulatur (Myopathien) in Form von Muskelspasmen oder auch einer Myositis für eine gestörte Kieferfunktion verantwortlich sein. Okklusopathien infolge von Zahnveränderungen, nicht passenden Füllungen oder Brücken, bzw. auch unpassenden Kronen sind ebenfalls denkbare Auslöser von Kiefergelenkstörungen. Funktionelle Aspekte aus diskogenen Beschwerden, bei bestehender Diskusvorverlagerung, sind meist noch zusätzlich vorhanden. Ziel des Kurses ist es, eine funktionelle Unterscheidung der multikausalen Problematik treffen zu können und die vorhandenen Begleitfaktoren in die Therapie zu integrieren. Es werden standardisierte Untersuchungstechniken demonstriert und mögliche Herangehensweisen unter dem Aspekt eines modernen Clinical Reasoning Prozesses aufgezeigt. Die therapeutischen Behandlungsstrategien reichen von artikulären Techniken aus der Manuellen Therapie über Weichteiltechniken der Massage bis zu Triggertherapie und Techniken aus dem PNF Konzept. Einen wesentlichen Aspekt der Kiefertherapie stellt die funktionelle Eigenbeübung des Patienten dar. Theoretische Grundlagen über die topografische und funktionelle Anatomie, Biomechanik und die Physiologie der Wundheilung liefern die fundierten Hintergründe für eine erfolgreiche und effektive Therapie. Die Inhalte dieses Kieferkurses sind nicht ausschliesslich auf die klassischen Kieferpatienten ausgerichtet, sondern die Untersuchungs- und Behandlungstechniken können auch effektiv an Patienten mit einer potentiell vermuteten Kieferstörung bei führender HWS, BWS oder Schulter-Problematik, oder auch bei Kopfschmerzpatienten eingesetzt werden. Das Arbeiten mit einem Patienten zentrierten Befund und das Denken in diesen Funktionskreisen, liefert dem Therapeuten unzählige neue Behandlungsansätze zu vielen klinischen Bildern aus dem täglichen Arbeitsbereich der neuro-muskulo-skelettalen Störungen. Der Basiskurs (CMD Level 1) liefert grundlegendes anatomisches und biomechanisches Praxiswissen. Es werden standardisierte physiotherapeutische Untersuchungs- und Behandlungstechniken demonstriert und klinische Bilder erarbeitet und erläutert. Unter Berücksichtigung eines umfassenden Clinical Reasoning Prozesses wird das physiotherapeutische Gesamtmanagement von der Anamnese, Hypothesenevaluation, über das Erstellen eines Untersuchungs- und Behandlungsplanes bis zur Gestaltung der Behandlung mit Hands-on und Hands-off Techniken erarbeitet.

Inhalt

  • Neuro-Muskulo-Skelettales Patientenmanagement
  • Anatomische Grundkenntnisse
  • Funktionelle Zusammenhänge + Störungsbilder
  • Strukturierte Untersuchung des Kiefergelenkes
  • Funktionelle Behandlung der muskulären und artikulären Strukturen mit Eigenmanagement (Erstellen eines Übungsprogrammes)
  • Einfluss des Halteapparates auf das Kiefersystem
  • Behandlungstechniken in kombinierten Positionen
  • Differenzierung angrenzender Strukturen

Praxisteil: Intensives, praktisches Üben unter Aufsicht des Dozenten.

Ziele

  • Sie kennen die funktionellen Zusammenhänge + Störungsbilder im Bezug auf CMD.
  • Sie können ein Kiefergelenk strukturiert untersuchen.
  • Sie kennen Behandlungstechniken in kombinierten Positionen.

Bemerkung

Bitte Frottee Handtuch, bequeme Kleidung, Goniometer und ein 30 cm langes Lineal mitbringen.

Kursdaten

08.07 - 09.07.2023
Sa, So
08.07.2023
Sa
09:00 - 17:00
09.07.2023
So
09:00 - 17:00


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